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Das Italowestern-Archiv
Spiel mir das Lied vom Tod (C'era una Volta il West)

R: Sergio Leone; B: S.L., Bernardo Bertolucci, Dario Argento; K: Tonino Delli Colli; M: Ennio Morricone; D: Henry Fonda, Jason Robards, Claudia Cardinale, Charles Bronson, Gabriele Ferzetti, Frank Wolff 

 

Eisenbahnunternehmer Morton (Gabriele Ferzetti) hat ein Problem: Todkrank versucht er, seine Trasse schnellstens in Richtung Pazifik durchzupeitschen, um noch vor seinem Ableben das Meer zu erreichen. Damit sich renitente Landbesitzer von ihrem Grund und Boden trennen, greift Morton auf die Dienste des skrupellosen Killers Frank (Henry Fonda) und seiner Bande zurück. Der löst auch das Problem mit der Familie von Brad McBain (Frank Wolff) effizient, als dieser sein Anwesen "Sweetwater" nicht verkaufen will. Doch Pech für Morton und Frank: McBain hatte heimlich in New Orleans geheiratet. Die junge Witwe Jill (Claudia Cardinale) nistet sich nun auch noch auf "Sweetwater" ein, um dort den Traum ihres Mannes zu erfüllen, nämlich eine Eisenbahnstation zu errichten als Keimzelle einer neuen Stadt. Ihr zur Seite stehen der Bandit "Cheyenne" (Jason Robards), dem Frank den Mord an den McBains anhängen will, sowie der geheimnisvolle Fremde "Harmonica" (Charles Bronson), der mit Frank noch eine lange zurückliegende Rechnung zu begleichen hat.

 

Die Kritik des Gunslingers:

Mit einem richtig großen Budget der Paramount setzte Sergio Leone 1968 diesen epischen Auftakt seiner Trilogie zur amerikanischen Geschichte in Szene. Es folgten "Todesmelodie" und "Es war einmal in Amerika". Heraus kam eine überaus gelungene Synthese aus Italo- und traditionellem Edelwestern Marke Hollywood mit einem für einen Italowestern einmaligem Starauftrieb. Es ist die Geschichte der heraufziehenden Moderne, die den alten Westen hinwegfegt. Symbolisch steht dafür der Tod von "Cheyenne", der ausgerechnet vom verkrüppelten Morton eine Kugel fängt: Er krepiert am Rande der wuselnden Bahnarbeiter, während der erste Zug in "Sweetwater" einfährt.

Herausragend im ohnehin starken Ensemble sind Henry Fonda, der Frank mit einer glaubhaften sadistischen Bosheit ausstattet, sowie Jason Robards als letztendlich integrer und charismatischer Banditenhäuptling. Claudia Cardinale ist schon fast schmerzhaft schön, und Charles Bronson als wortkarger Fremder empfahl sich mit dieser Rolle für weitere Aufgaben. Atmosphäre, die tolle Kamera und natürlich der klassisch gewordene Soundtrack von Ennio Morricone machen "Spiel mir das Lied vom Tod" zu einem Erlebnis.

Überschattet wurden die Dreharbeiten übrigens durch den Selbstmord von Al Mulock, der zusammen mit Woody Strode und Jack Elam gleich am Anfang von Harmonica aus den Staubmänteln geblasen wird. Zitat: "Ich habe drei dieser Mäntel gesehen, in ihnen steckten drei Männer, in ihnen steckten drei Kugeln."

 

Bewertung: $$$$$

 

Bodycount: 17    1 Frau     1 Kind

 

 

Explizite Brutalitäten:

Franks Bande legt die Farmerfamilie McBain aus dem Hinterhalt und ohne Vorwarnung um. Als letzten erledigt er den kleinen Timmy, den er nach einer endlos erscheinenden Wartezeit mit einem Lächeln auf den Lippen erschießt. Später rechtfertigt er sich dafür achselzuckend vor Morton: "Ich mach das eben auf meine Weise."

 

Liebe

Liebe findet hier nur als Lippenbekenntnis statt, ansonsten gibt's ganz klar wichtigeres zu tun: 1/10

 

Splatter 1/10

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