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Das Italowestern-Archiv
Django - unbarmherzig wie die Sonne (La Sentenza di Morte)

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Zulange getoastet: Robin Clarke

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Adolfo Celi macht auf braven Gottesmann

R, B: Mario Lanfranchi; K: Toni Secchi; M: Gianni Ferrio; D: Robin Clarke, Richard Conte, Enrico Maria Salerno, Adolfo Celi, Tomas Milian

 

Quelle: TV-Ausstrahlung (Vox)

 

Django (Robin Clarke), im Original Cash, hat das Todesurteil – so die Übersetzung des italienischen Titels - gefällt über vier Gangster. Diese hatten nach einem erfolgreichen Fischzug das fünfte Mitglied der Gang eliminiert, nachdem dieses ihnen angeblich die Beute streitig machen wollte: Djangos Bruder; Django selbst überlebte schwer verletzt. Fünf Jahre nach der Tat sucht Django die Mörder nacheinander auf, um das Urteil zu vollstrecken: Diaz (Richard Conte), inzwischen erfolgreicher Weizenfarmer, Montero (Enrico Maria Salerno), abgehalfterter und fanatischer Berufsspieler, Baldwin (Adolfo Celi), der als selbsternannter Priester mit seiner schwarzgekleideten Bande die Gegend terrorisiert, und den albinohaften O’Hara (Tomas Milian), der am liebsten mit Gold und Blondinen kuschelt. Hierbei reicht es Django nicht, den Verurteilten einfach eine Kugel zu geben: Er kostet seine Rache durch besondere Brutalitäten bis zur Neige aus.

 

I 1968

 

Zitate:

„Es reizt mich, das zu gewinnen, woran das Herz meines Gegenspielers hängt.“ (Montero)

 

„Ich habe die sterblichen Überreste Deines Bruders zur letzten Ruhe gebettet. Es tut mir leid, Dir den gleichen Dienst erweisen zu müssen.“ („Bruder“ Baldwin)

 

Die Kritik des Gunslingers:

Lanfranchi beschreibt die Geschichte einer Rache in vier auch stimmungsmäßig klar getrennten Episoden. Schon allein durch diese ungewöhnliche Struktur hebt sich dieser billig produzierte Western von der Standardware made in Italy ab. Dabei unterscheidet sich die Qualität der einzelnen Rachestationen deutlich. Die Wüstenfolge, in der es eingangs Diaz erwischt, erreicht mit ihren vielen Rückblenden und etwas geschwätzigen Dialogen zur Story-Exposition noch Spaghetti-Durchschnitt. Die anschließende Saloon-Episode mit dem Pokerduell ist dann der Tiefpunkt: spannungsarm und auch atmosphärisch so missglückt, dass es fast schon surreal ist. Dann allerdings nimmt der Film an Fahrt auf. Die Geschichte um den sadistischen „Bruder“ Baldwin rockt bereits. Das Finale mit einem klasse Tomas Milian in seiner völlig bizarren Rolle als eine Art durchgeknallter Albino und der Gruselatmo bringt den Film endgültig auf Kurs. Für meinen Geschmack fehlt Hauptdarsteller Robin Clarke allerdings optisch die Härte, um seinen Handlungen das nötige Gewicht zu verleihen. Der in weiten Teilen recht jazzige Score von Gianni Ferrio wartet mit Vibraphon, Stopftrompete und Orgel auf. Weitere Zutaten sind in den klassischeren Passagen Gitarre, Kirchenorgel und Chöre.

 

Rating: $$$+

 

Bodycount: ca. 5 Gringos, 22 Mexikaner, 1 Frau

 

Explizite Brutalitäten:

- Django killt den völlig ausgedörrten Diaz. Unmittelbar vorher hat er den Verdurstenden durch einen selbst gebauten „Brunnen“ endgültig mürbe gemacht: Dieser dient nun als Diaz’ Grab.

- Django legt nach dem letzten Pokerspiel, in dem es ums Leben ging, Montero um, nachdem er ihn allerdings erstmal im Glauben beließ, die besseren Karten zu haben

- Baldwins Gang nimmt sich Django zur Brust, um das Versteck einer Schatzkiste zu „erfragen“

- Django erschießt Baldwin: Allerdings hat er ausschließlich die zweite Kammer seines Colts bestückt

 

Liebe: Bitte, was? 0/10

 

Splatter: 2/10

 

Spezialitäten:

- Django ist trockener Alkoholiker und trinkt ausschließlich Milch

- Um seinen leeren Colt zu laden, schneidet sich Django eine Kugel aus dem Oberschenkel, die ihm „Bruder“ Baldwin verpasst hatte, und packt sie in eine funktionsfähige Patronenhülse

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