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Das Italowestern-Archiv
Fahrt zur Hölle, Ihr Halunken (Gli Specialisti)

R: Sergio Corbucci; B: S.C, Sabatino Giuffini; K: Dario di Palma; M: Angelo Francesco Lavagnino; D: Johnny Hallyday, Francoise Fabian, Gastone Moschin, Mario Adorf

 

Quelle: VHS (Taurus)

 

Mexikanische Banditen rippen eine Passagierkutsche. Ein paar Hippies unter den Passagieren, die keine Dollars oder Schmuckstücke auf der Naht haben, lässt Chef-Mexikaner Romero in einer dreckigen Pfütze nach einem Dollar tauchen. Dem Gewinner winkt die Schonung. Doch dann taucht Brad (Johnny Halliday) auf, ein knallharter Revolverschwinger, der die Mexe ordentlich Mores lehrt. Brad ist auf dem Weg in das verschlafene Örtchen Blackstone, um Rache zu nehmen an der Bürgerschaft. Die hatte seinen Bruder Charlie, der als Geldbote für die örtliche Bank arbeitete, wegen 5000 verschwundener Scheine ermordet. Die braven Bürger sehen der Ankunft des Schwarzgekleideten verständlicherweise mit flatternden Hosen entgegen. Als erste Amtshandlung muss Brad – wenig überraschend – daher zwei gedungene Killer mit dem Colt vom Kirchtum husten. Schwierig gestalten sich also die Nachforschungen, bis sich Brads alter Freund, Banditenboss Francisco Rafael Fatorro, genannt „El Diablo“ (Mario Adorf), zu Wort meldet: Der hatte den sterbenden Charlie mit einem Loch im Rücken gefunden, den Zaster hatte dieser da bereits auf Blackstones Friedhof verbuddelt. Bevor ihm die aufgebrachte Bürgerschaft den Rest verpasste, hat er in Form einer Dollarnote aber einen Hinweis zum Versteck für Brad hinterlassen. Brad, der im Auftrag von Diablo nach der Kohle sucht, findet nicht nur diese, sondern auch heraus, dass die hübsche und geldgeile Bankdirektorin Virginia Pollicut tief in die Sache verstrickt ist. Nach dem reinigenden Feuer reitet Brad gezeichnet aus der in Anarchie versinkenden Stadt, während ein Hund herzzerreißend heult.

 

I/F/D 1969

 

Zitate:

„Ich lass nur Typen zufrieden, die für ihr Leben bezahlen können.“ (Romero zu den Hippies)

 

„Überleg nicht so lange: Ich werde immer älter.“ (Brad „verhört“ Boot (Serge Marquand), der sich das Haus seines Bruders unter den Nagel gerissen hat)

 

„Scheiß Dir nicht in die Stiefel: Ich tu Dir nichts.“ (Der Sheriff zu Brad)

 

Sheba (Sylvie Fennec): „Leben Sie endlich ohne Gewalt!“ – Brad: „Was wär’ das für ein Leben? Nichts für mich!“

 

Die Kritik des Gunslingers:

Zwar nicht des Corbuccis Sergio bester, aber doch ein richtig guter Italowestern. Die Atmosphäre der herbstlichen, oft leicht verhangenen Bergwelt ist der frostigen Stimmung angemessen. Vom integren Sheriff und der jungen Sheba mal abgesehen, sind positiv belegte Figuren Mangelware: Es geht nur um Zaster oder im Fall von Brad um Rache. Als am Ende die Dollars in Flammen aufgehen, setzt unter den braven Bürgern ein gewaltiges Heulen und Zähneklappern ein, fließen Tränen, während die vielen Toten, das ebenfalls aus Sorge um die Kohle geschehene Verbrechen, maximal ein Achselzucken hervorrufen. Selbst die Hippies aus der Postkutsche, die’s eigentlich besser wissen müssten, packen die Gelegenheit beim Schopf und plündern die Menschen bis aufs letzte Hemd aus, nachdem alle Autoritäten durch die vorausgegangenen Kampfhandlungen beseitigt sind. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank gut, besonders natürlich Mario Adorf als einarmiger „El Diablo“, der ununterbrochen und bis zum Schluss einem Jungen seine theatralischen Memoiren diktiert. Obwohl man sich fragen könnte, was Mexikaner in diesen Bergen überhaupt zu schaffen haben. Egal. Der Score ist sehr sparsam, aber nicht übel: heftige Fuzz-Gitarre mit angedeutetem Frauenchor.

Hier wäre längst mal eine ungeschnittene Fassung fällig, denn die Taurus-Version ist auf rund 81 Minuten schon fast strafwürdig heruntergekürzt.

 

Rating: $$$$

 

Bodycount: ca. 23 Mexikaner, 6 Gringos, 1 Frau

 

Explizite Brutalitäten:

- Die Mexikaner lassen die armen Hippies in einer Dreckspfütze um ihr Leben tauchen

- Bankdirektorin Pollicut ersticht den ahnungslosen Hilfssheriff, der zu ihrem Schutz abgestellt wurde, und erschießt Cabbot, ihren Komplizen, ohne mit der Wimper zu zucken

- Öffentliche Vergewaltigung der Bankerin durch die Mexikaner, die so das wahre Versteck der Scheine rauspressen wollen

 

Liebe: 0/10

 

Spezialitäten:

- Brad trägt als Kugelfang eine Art Kettenhemd

- Der Sheriff muss sich mit „El Diablo“ im „Cabezon“ messen: Die Gegner werden gefesselt und an jeweils einem langen Seil an einen Pfosten gebunden. Es stehen nur die Füße, der Körper und natürlich der Kopf zum Prügeln zur Verfügung (Outsch!)

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