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Das Italowestern-Archiv

Django und die Bande der Gehenkten (Preparati la Bara!)

AT:

Django – sein Hass ist tödlich

Joe, der Galgenvogel (Jux-Synchro)

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"Terence Hill" kriegt die Jacke voll von ...

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... Luigi Montefiori

R: Ferdinando Baldi; B: F.B., Franco Rossetti; K: Enzo Barboni; M: Gianfranco Reverbi; D: Mario Girotti (“Terence Hill”), Horst Frank, Luigi Montefiori (“George Eastman”), Pinuccio Ardia

 

Quelle: DVD (EMS), TV (Bayern 3)

 

Der aufstrebende Politiker David Barry (Horst Frank) hat neben dem Sau-sein eigentlich nur ein Hobby: Gold. Um diesem zu frönen, hat er den üblen Lucas (Luigi Montefiori) und dessen Bande aus Vollblutverbrechern engagiert, die regelmäßig Goldtransporte aus den umliegenden Minen rippt. Für die Überfälle lassen die Gangster durch die gekaufte Obrigkeit immer mal wieder ein paar unschuldige Kleinkriminelle aufknüpfen. Das geht gut, bis die Banditen bei einem Überfall auf einen von Barrys altem Freund Django (Mario Girotti) eskortierten Goldtransport auch dessen Frau umnieten. Fünf Jahre später ist Django, der schwerverletzt überlebt hat, in Personalunion Friedensrichter und Henker des Bezirks. Mittels einer Spezialvorrichtung sorgt er dafür, dass die verurteilten Unschuldigen nun ihre Hinrichtung überleben. Doch anstatt Django aus Dankbarkeit bei seinen Racheplänen gegen Lucas und den inzwischen zum Gouverneur aufgestiegenen Barry zu unterstützen, zeigen ihm die Gehenkten den blanken Selbigen. Unter Führung des smarten Garcia Ibanez (José Torres) machen sie sich des Verbrechens schuldig, das sie schon an den Galgen gebracht hatte und überfallen in Djangos Abwesenheit einen Goldtransport. Aber anstatt zu teilen, sichert sich Garcia „Ich mach’s für die Familie“ Ibanez den gesamten Zaster, in dem er seine Komplizen umlegt. Lucas, dem Barry wegen der entgangenen Beute richtig die Hosen stramm zieht, schnappt sich Django und versucht aus dem Ahnungsosen, mit den üblichen rabiaten Mitteln das Goldversteck rauszupressen. Django allerdings kann sich befreien, Ibanez das Gold wieder aus den schmutzigen Fingerchen leiern - und Lucas und Barry bekommen das, was ihnen zusteht.

 

I 1968

 

Zitate:

„Wenn Du nach Hause kommst, kriegen sie Dich wieder, aber diesmal knackt’s hinten.“ (Django zu Yankee Hudson (Luciano Rossi = „Edward Ross“), den das Heimweh plagt)

 

„Du hast mal einem in die Hose geschossen, und da hat er zum ersten Mal Luft gekriegt.“ (Django ist nicht überzeugt von den Schießkünsten seines Kumpels Horace (Pinuccio Ardia))

 

Die Kritik des Gunslingers:

Passabler Genrebeitrag von Ferdinando Baldi, der atmosphärisch allerdings uneinheitlich geraten ist. So befinden sich zum Beispiel Sammlungsort und Versteck der Gehenkten inmitten eines lieblichen Laubwaldes. Das verwarzte, matschige Nest, Hauptquartier der Lucas-Gang wiederum erinnert an Tombstone aus dem „Ur-Django“. Baldi hätte zudem mehr rausholen können aus dem ersten Auftauchen der Gehenkten nach ihrer Hinrichtung, als diese die falschen Zeugen aufsuchen, die sie an den Galgen brachten. Das ist für mich zu straight, zu wenig dämonisch geraten: Warum passiert dies am hellichten Tag und nicht bei Nacht. Schließlich will man die Leute doch ordentlich erschrecken.

Schauspielerisch konnte der Regisseur mit Horst Frank und Luigi Montefiori nicht danebenliegen: Erste-Sahne-Schurken. „Terence Hill“ macht hier für meinen Geschmack nicht nur von der Optik her zu sehr auf Franco Nero und verfällt dabei in künstlich wirkende Manierismen, wie das wiederholte theatralische Ziehen des Hutes ins Gesicht. Und auch sonst hat Baldi etliche Motive aus „Django“ übernommen: wie etwa das Maschinengewehr im Sarg, die Kleidung der Titelfigur, die übrigens nicht erst durch die Synchro umgerubelt wurde, sondern auch im Original Django heißt, die nicht so drastische Misshandlung von Djangos Händen, der Showdown auf dem Friedhof oder der Mord an der Ehefrau durch die Gangster als Leitmotiv.

Der Score von Reverbi ist stark: Trompeten, Gitarre und Frauenchor. Das fanden auch Gnarls Barkley, die das Titelthema für „Crazy“ verwursteten, ihren Sommerhit 2006.

Noch ein Wort zur Jux-Version „Joe, der Galgenvogel“, die Anfang der 80er entstand: ein klassisches Beispiel für die Vergewaltigung eines Films durch Geschäftemacher. Stark geschnitten und teilweise von pseudo-witzigem Geplapper der neuen Hill-Stimme (Thomas Danneberg) unterlegt, gewürzt mit etlichen Hinweisen auf „den Dicken“, wurde hier versucht, im Fahrwasser der Spencer-/Hill-Produktionen abzukassieren. Da das ernsthafte Original eine Verwitzelung nicht zuließ, blieb am Ende der Bemühungen ein bizarrer Zwitter zurück.

 

Rating $$$ (Joe, der Galgenvogel: $)

 

Bodycount: ca. 60 Gringos, 6 Mexikaner, 1 Frau

 

Explizite Brutalitäten:

- Lucas’ Leute unterziehen Django einer hochnotpeinlichen Befragung über die Beute aus dem Goldtransport

 

Liebe:

Bei aller Schweinsigeligkeit zieht’s Ibanez immer wieder zu seiner Frau Mercedes (Barbara Simon) zurück, und diese liebt ihren gefallenen Gatten ebenfalls: 3/10

 

Splatter: 2/10

 

Spezialitäten:

- Django rettet mithilfe einer Spezial-Halsmanschette den Delinquenten das Leben

- Als letzter Trumpf muss wieder das MG im Sarg herhalten

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