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Das Italowestern-Archiv
Lautlos wie die Nacht (La Mélodie en Sous-Sol)

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Alain Delon, Maurice Biraud und Jean Gabin wollen reich werden

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Alain Delon cruist die Croisette

R: Henri Verneuil; B: Michel Audiard, Albert Simonin; K: Louis Page; M: Michel Magne; D: Alain Delon, Jean Gabin, Maurice Biraud, Carla Marlier

 

Quelle: TV-Ausstrahlung (ARD)

 

 

Als Charles (Jean Gabin) nach fünf Jahren Knast die gesiebte Luft wieder gegen die Freiheit eintauscht, hat sich sein Viertel bis zur Unkenntlichkeit verändert. Anstelle der einst schmucken Gegend ist jetzt eine rasch hochgezogene Trabantenstadt getreten. Kaum verwunderlich also, dass Ehefrau Ginette (Vivienne Romance) den Heimkehrer zum Verkauf des eigenen Häuschens überreden will, um das triste Leben gegen ein Hotel „im Süden“ einzutauschen. Aber Charles hat höherfliegende Pläne: Ein letzter Coup, der Raubüberfall auf ein Casino in Cannes, soll reichlich Zaster in die Kasse spülen und einen Rückzug nach Australien ermöglichen. Da sein alter Knastkumpel Mario (Henri Virlojeux), der Urheber des Plans, aus Krankheitsgründen passen muss, heuert er eine andere Knastbekanntschaft, den jungen Francis (Alain Delon), und seinen Schwager Louis (Maurice Biraud) an. In Cannes soll sich Francis, getarnt als gelangweilter reicher Schnösel, Zugang hinter die Kulissen des Casinos verschaffen. Zu diesem Zweck bandelt er mit einem schwedisches Showgirl (Carla Marlier) an, das nicht nur klasse aussieht, sondern dort auch mit einer Revue gastiert. Nach der großen Gala zum Saisonabschluss soll der Coup steigen. Alles scheint glatt zu gehen, doch wartet am Ende eine dicke Überraschung.

 

F 1962

 

Zitate:

„Ist mir alles scheissegal: Hauptsache, Du erfüllst den Vertrag, den wir beide haben.“ (Charles zu Louis, nachdem der ihm erklärt hat, warum er aus moralischen Gründen auf seinen Anteil der Beute verzichten will.)

 

„Hier ist eine Bahnfahrkarte 2. Klasse. Die passt eh’ besser zu Dir.“ (Charles zu Louis, als sich ihre Wege trennen)

 

„Man soll niemals die Branche wechseln: Deine ist, Fahrräder zu stehlen und Zimmermädchen zu beklauen.“ (Charles streitet Francis jedes Format ab)

 

 

Die Kritik des Gunslingers:

Diese Mischung aus Rififi- und Buddy-Movie lebt vor allem vom klasse Zusammenspiel des knorrigen Gabin mit dem aalglatten Delon. Charles ist das Relikt aus alter Zeit, ein Gangster von echtem Schrot und Korn, der mit den neuen Verhältnissen nicht mehr klarkommt und sich daher so schnell wie möglich daraus verabschieden möchte. Zu Beginn streunt er nach seiner Haftentlassung durch die neuentstandene Trabantenstadt und findet noch nicht einmal mehr seine eigene Straße. Als er einen Händler nach der Adresse fragt, zuckt der nur mit den Achseln. Francis dagegen ist ein gewohnheitsmäßiger Kleinkrimineller und Tagedieb; ein Windhund, der mit seinen 27 Jahren auch nicht mehr ganz jung ist. Er sieht den Coup als möglicherweise letzte Chance an, was auch immer aus seinem Leben zu machen. Der Film ist gut fotografiert: So bietet die Kamera einige nette Gimmicks und Licht-Schatten-Spielereien. Der Score ist gelungen, aber für meinen Geschmack etwas uneinheitlich: Hier wechseln Jitterbug-, Swing- und Revueteile ab mit Cool-Jazz-Elementen. Im Mittelteil, der sich zu weitschweifig der Liebesgeschichte zwischen Francis und der Schwedin widmet, verliert der Film an Fahrt, um am Ende wieder deutlich anzuziehen. Der Casino-Ripp erinnert mich ein wenig an „Ocean’s Eleven“ minus High-Tech.

Der Film ist anscheinend auch in einer Farbfassung erschienen.

 

Rating: $$$+

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