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Das Italowestern-Archiv
Für eine Handvoll Dollar (Per un Pugno di Dollari)

AT:

Por un Punado de Dólares (E)

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Joseph Egger wittert ein gutes Geschäft

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Antonio Prieto und Sieghardt Rupp tauschen sich aus

R: Sergio Leone; B: ; K: Massimo Dallamano (“Jack Dalmas”); M: Ennio Morricone (“Dan Savio”); D: Clint Eastwood, Gian Maria Volonté, “Johnny Wels”), José Calvo, Sieghardt Rupp

 

Quelle: TV-Ausstrahlung (Kabel 1)

 

Im mexikanischen Weiler San Miguel ist das öffentliche Leben völlig zusammengebrochen, seitdem sich hier zwei Gangs bis aufs Blut bekriegen. Die texanischen Baxters unter Führung von John (Wolfgang Lukschy) und seiner Gattin (Margarita Lozano) machen in Waffenschmuggel, während es die mexikanischen Rojos, geleitet von den Brüdern Ramon (Gian Maria Volonté), Esteban (Sieghardt Rupp) und Miguel (Antonio Prieto), mit Alkohol versuchen. In diese Stimmung hinein kommt Joe (Clint Eastwood), ein abgebrannter Revolverschwinger, der aus der Lage schneller Knatter zu ziehen hofft, als ein Goldesel Dollars scheißen kann. Als erstes heuert er bei den vermeintlich stärkeren Rojos an. Doch nachdem diese einen Goldtransport der mexikanischen Armee gerippt haben, strecken sie Friedensfühler aus, um bis zum Abrücken der erwarteten Untersuchungskommission Ruhe zu haben. Joe, der den Konflikt braucht, um seine Börse weiter zu füllen, hetzt die Familien mit getürkten Informationen, die er sich von beiden natürlich bezahlen lässt, wieder aufeinander. Er bringt das Gold aus dem Überfall an sich und steht schon bald im Sold der Baxters. Die Stimmung explodiert, als er Marisol (Marianne Koch), die Ramon entführt hat, um sie als Gespielin zu halten, befreit und mitsamt Familie die Flucht ermöglicht. Die Rojos vermuten die Baxters als Drahtzieher und radieren sie aus; Joe, als Komplize der Baxters verdächtig, wird aufs schwerste misshandelt. Mit Hilfe des Totengräbers („Joe Edger“ = Joseph Egger) entwischt er aus San Miguel und bereitet sich in einer stillgelegten Mine auf seine Rache vor.

 

D/Sp/I 1964

 

Zitate:

„Hier ist es so: Man ist entweder reich oder tot.“ (Mit die ersten Worte, die an Joe gerichtet werden)

 

„Mach schon mal drei Särge fertig.“ (Joe zum Totengräber, bevor er von drei Baxter-Gangstern eine höfliche Entschuldigung bei seinem Maultier verlangt, dem sie bei seiner Ankunft zwischen die Beine geschossen hatten.)

 

„Schlafen ist gesund und wer schläft, lebt länger.“ (Silvanito (José Calvo))

 

„Wenn sich zwei Männer duellieren und der eine hat einen Colt, der andere ein Gewehr, dann ist der mit dem Colt ein toter Mann. Ein altes mexikanisches Sprichwort.“ (Ramón zu Joe)

 

„Ich liebe Männer, die man für bares Geld kaufen kann.“ (Mrs. Baxter zu Joe)

 

 

Die Kritik des Gunslingers:

Ist „Spiel mir das Lied vom Tod“ die Königin des Italowesterns, so ist „Für eine Handvoll …“ dessen Urmutter. Der Film ist in den Kulissen und mit dem restlichen Budget einer größeren Jolly-Produktion entstanden, nämlich dem Caiano-Film „Die letzten Zwei vom Rio Bravo“. Während dieser das Schicksal der meisten frühen Eurowestern erlitt und an der Kasse floppte, erfand der schmutzige kleine Bruder ein ganzes Genre neu und verpasste dem gesamten italienischen Film einen wirtschaftlichen Schub.

Leone und seine Mitstreiter hatten die Geschichte des japanischen Kurosawa-Meisterwerks „Yojimbo – der Leibwächter“ kurzerhand in den Wilden Westen transferiert und waren damit auf Gold gestoßen. Der Film präsentiert einen schmutzigen Westen, in dem es weder romantisch zugeht, noch etwas anderes zählt als Macht und Dollars. Die Protagonisten sind abgesehen von Nebenfiguren, wie dem Saloonbesitzer Silvanito, durch die Bank völlig amoralisch: Sie töten ohne Umschweife, während die Kamera in Close-ups von den Gesichtern zu den Waffen wechselt. Der inszenierte Shoot-out wird im Gegensatz zum US-Western zum zentralen Element des Italowesterns, eine stilisierte Handlung, weniger der Notwendigkeit, denn dem Selbstzweck dienend. Auch bei der reichlich vorhandenen Gewalt, wie bei den Folterszenen, schaut die Kamera nicht mehr verschämt zur Seite, sondern hält drauf. Ganz stark die Close-ups von den Gesichtern der Rojo-Gang, die sich beim Niedermetzeln der Baxters vor Mordlust verzerren.

War die Musik bis dato eher ein unterstützender Faktor, übernahm sie im Italowestern eine Hauptrolle. Etliche Filme des Genres sind völliger Schrott, bieten dafür aber einen höchst konsumierbaren Score. Dieser hier von Morricone setzt in der Richtung bereits Standards: ein Gitarren-Whistle-Thema mit Männerchören, unterstützt durch Geräusche wie Peitschenknallen und Männerstimmen, die lediglich Soundwords artikulieren. Nicht zu vergessen die melancholischen Parts, die häufig mittels Trompete oder Flöte bestritten werden.

Schwächen zeigen sich meiner Meinung nach noch in der Geschichte sowie in der Inszenierung der Actionszenen, also dem Überfall auf den Goldtransport und dem Abschlachten der Baxters: Beides wirkt recht statisch.

 

Rating: $$$$$-

 

Bodycount: ca. 40 Mexikaner, ca. 35 Gringos, eine Frau

 

Explizite Brutalitäten:

- Chico (Mario Brega = „Richard Stuyvesant“) schießt auf Marisols kleinen Sohn und drischt anschließend auf den Vater ein

- Joe schlägt Marisol nieder und liefert sie gegen harte Währung als Geisel an die Baxters aus

- Die Rojos verpassen Joe eine gewaltige Wucht, weil sie ihn der Kumpanei mit den Baxters verdächtigen

- Nachdem sie den Baxters die Hütter überm Kopf angezündet haben, legen die Rojos die Fliehenden im Blutrausch gnadenlos um

- Silvanito bezieht als Joes Verbündeter eine gepflegte Tracht Prügel, nachdem diesem die Flucht aus dem Rojo-Domizil gelingt. Später hängen sie ihn vor seinem Saloon an den Händen auf, um ihn weiter zu bearbeiten. Dabei steckt ihm Ramón Rojo einen brennenden Zigarillo in den Mund - anders herum, versteht sich.

 

Liebe:

Die gibt’s ausschließlich in Marisols kleiner Familie, vor allem Mutterliebe: 4/10

 

Splatter: 3/10

 

Specials:

Joe weiß, dass Ramón immer aufs Herz schießt. Also fertigt er sich vor dem letzten Shoot-out eine Stahlplatte an, um die betreffende Stelle zu schützen.

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