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Das Italowestern-Archiv
Zwei glorreiche Halunken (Il Buono, il Brutto, il Cattivo)

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Eli Wallach stiehlt allen zumindest die Schau

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Clint Eastwood bleibt gleich die Luft wech

R: Sergio Leone; B: S.L., Age-Scarpelli, Luciano Vincenzoni, K: Tonino Delli Colli; M: Ennio Morricone; D: Clint Eastwood, Eli Wallach, Lee Van Cleef

 

Quelle: VHS (MGM/UA)

 

Das hatte sich Konföderierten-Corporal Bill Carson (Antonio Casale) auch anders vorgestellt, als er 200.000 Golddollar aus der Kriegskasse der Südstaatler beiseite schaffte und auf einem Friedhof verscharrte. Carson bringt der Zaster kein Glück: Er stirbt bei einem Überfall auf seine Armee-Kutsche. Bevor er sein Leben in der Wüste aushaucht, verrät er das Versteck dem mexikanischen Banditen Tuco (Eli Wallach), doch leider nur den Friedhof: Denn während Tuco Wasser holen geht, um Jackson etwas aufzupäppeln, stirbt dieser. Aber nicht ohne vorher die genaue Grabstelle dem halbtoten Blonden (Clint Eastwood) mitgeteilt zu haben, den Tuco zwecks qualvoller Exekution durch die Wüste treibt. Der Mexikaner muss den verhassten Blonden, mit dem er früher zusammengearbeitet hatte, nun wohl oder übel hüten wie seinen Augapfel und dafür sorgen, dass er wieder auf die Beine kommt. Das geschieht in einem Lazarett der Konföderierten, in das sich die Beiden als Soldaten verkleidet einschleichen. Ebenfalls auf der Jagd nach dem Gold ist Sentenza (Lee Van Cleef), ein knallharter Mietkiller. In einem Lager der Yankees kreuzen sich die Wege der Drei: Durch Folter erpresst Sentenza, der dort als Sergeant Dienst schiebt, von Tuco, der wiederum mit dem Blonden in Kriegsgefangenschaft geraten ist, den Ort des Verstecks. Während der Mexikaner abtransportiert wird zur Hinrichtung, machen sich Sentenza und seine Gang mit dem Blonden auf zum Friedhof. Tuco gelingt die Flucht. Er und der Blonde legen die Sentenza-Jungs eine Etage tiefer, um selbst wieder Kurs Richtung Golddollars einzuschlagen. Auf dem Friedhof treffen sich die drei Schatzsucher zum endgültigen Showdown.

 

I 1966

 

Zitate:

„Ich arbeite nach einem festen Prinzip: Wenn mich jemand bezahlt, führe ich den Auftrag auch aus.“ (Sentenza)

„Von allen Schweinen, die ich kenne, bist Du die größte Drecksau!“ „Der Blitz soll dich beim Scheißen treffen!“ (Nur einige der Flüche, mit denen Tuco Benedicto Pacifico Juan Maria Ramirez den Blonden bedenkt)

„Wenn Du nicht zuviel vor Dich hinfluchst, kannst Du es vielleicht schaffen.“ (Der Blonde, der Tuco an den Händen gefesselt, mit Strick um den Hals in der Einöde zurücklässt)

„Ohne Hut ist es besser: Da kriegst Du wenigstens ein bisschen Farbe.“ (Tuco zum Blonden, nachdem er ihm in der Wüste per Colt von Wasserflasche und Hut „befreit“ hat)

„Mach ein paar kräftige Züge, dann kannst Du gut kacken.“ (Der Blonde bietet Tuco sein Zigarillo an, nachdem der eine aufwühlende Begegnung mit seinem Bruder (Luigi Pistilli), Abt eines Klosters, hatte)

„Gott ist nicht mit uns: Er hasst Idioten wie Dich.“ (Der Blonde zu Tuco, als der durch seine Blödheit dafür sorgt, dass sie von den Yankees hopsgenommen werden)

„Auf dieser Welt gibt es zwei Kategorien von Menschen: Die einen haben einen geladenen Colt, die anderen buddeln.“ (Der Blonde zu Tuco)

 

Die Kritik des Gunslingers:

Yep, Leute. Das ist er: der absolute Lieblings-Spaghetti des Gunslingers. Als dritter Teil von Leones Dollar-Trilogie entstanden, schlägt dieser Film seine ebenfalls starken Vorgänger deutlich. Trotz seiner geradezu epischen Länge von an die drei Stunden, wird die Jagd nach dem verscharrten Zaster keine Sekunde langweilig. Das liegt in erster Linie am bis in die kleinsten Nebenrollen hinein großartig besetzten Ensemble. Allen voran Eli Wallach, der seinen Mitspielern die Show stiehlt: Sein Tuco liefert mit seiner schlitzohrigen, aufbrausenden Gewalttätigkeit die Blaupause für alle Mexikanerschurken, die nach ihm kommen, werden diese nun von Fernando Sancho, Tomas Milian oder auch José Bodalo dargestellt. Eastwood und Van Cleef bleiben ihren in den Vorläuferfilmen dargestellten Typen treu, obwohl Eastwoods Charakter eine deutlich ausgeprägte fürsorgliche Ader entwickelt hat. Dazu sind die Action-Massen-Szenen gut und aufwändig in Szene gesetzt; die Kameraarbeit ist stilprägend und der Score von Morricone inzwischen ein Klassiker: Das Titelthema ist weit über die Italowestern-Szene hinaus bekannt geworden.

Neben der Schatzjagd, nutzt Leone die Bürgerkriegsszenen dazu, sich gegen Krieg und Militarismus auszusprechen: Da fehlen weder der opportunistische Geschäftsmann (Jesús Guzmán), der’s mit dem hält, der zahlt, noch der desillusionierte, kriegsversehrte Lagerkommandant (Antonio Molino Rojo) oder der kaputte Yankee-Captain (Aldo Giuffrè), der seine Leute jeden Tag gegen eine völlig unwichtige, schwerbefestigte Brücke hetzen muss und dies nur noch sturztrunken aushält. Als Tuco und der Blonde auf Wunsch des Captains die Brücke sprengen, ist der Spuk am nächsten Tag schon vorbei: Beide Kriegsparteien sind abgerückt.

 

Rating: $$$$$

 

Bodycount: ca. 23 Gringos, 3 Mexikaner und ungezählte Soldaten beider Kriegsparteien

 

Explizite Brutalitäten:

- Sentenza verprügelt Carsons Freundin Maria (Rada Rassimov), um Neuigkeiten ob des Verbleibs ihres Freundes zu erfahren

- Der Blonde legt einen schwerverletzten Mexikaner um: „Die Sporen waren zu laut.“

- Tuco treibt den Blonden aus Rache durch die Wüste, ohne Wasser, ohne Kopfbedeckung

- Auf Geheiß Sentenzas verprügelt Corporal Wallace (Mario Brega) Tuco, um aus ihm den Ort des Geldverstecks herauszukriegen. Draußen spielt derweil das Lagerorchester, um die Schreie zu übertönen

- Der Blonde lässt Tuco auf dem Friedhof zurück: gefesselt, Kopf in der Schlinge und auf einem wackligen Grabkreuz balancierend. Sein Anteil an der Beute liegt in Sichtweite

 

Splatter: 3/10

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