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Das Italowestern-Archiv

Willkommen in der Hölle (Mátalo!)

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Corrado Pani, Luis Davila und Antonio Salines sind durch

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Claudia Gravy vergnügt sich mit Lou Castel

R: Cesare Canevari; B: Nico Ducci, Eduardo Manzanos Brochero, Mino Roli ; K: Julio Ortas; M: Mario Migliardi; D: Claudia Gravy, Luis Davila, Corrado Pani, Lou Castel

 

Quelle: VHS (Zenit)

 

Der junge Killer Burt (Corrado Pani) hat bereits den Strick um den Hals und die letzten Sakramente empfangen, als ihn ein Rudel Mexikaner befreit. Doch er dankt’s seinen Rettern, indem er sie nach geglückter Flucht umnietet. Anschließend stoßen seine Komplizen Phil (Luis Davila) und der Psycho Ted (Antonio Salines) dazu, mit denen sich Burt in der Geisterstadt Benson City einnistet. Als kurze Zeit später noch Mary (Claudia Gravy), Phils Freundin, eintrifft, ist das Quartett komplett. Zusammen ziehen die Vier einen Postkutschenüberfall durch, bei dem Burt stirbt, die verbleibenden Gangster sich aber über 200.000 blanke Golddollars freuen können. Zurück in der Geisterstadt, beginnt das Tauziehen ums Geld, denn teilen möchte niemand; also versteckt Phil kurzerhand die Kohle vor den anderen. In der gleichen Nacht zündet jemand den Banditen das Dach überm Kopf an. Bei der Suche nach dem Täter finden die Gangster eine alte Frau (Ana Maria Mendoza), die letzte Einwohnerin des Städtchens. Am nächsten Tag verschlägt es noch eine frischgebackene Witwe (Ana Maria Noé) sowie einen entkräfteten Fremden (Lou Castel) in den Ort. Dies, die versteckte Beute und Eifersüchteleien um die ausschließlich am Geld interessierte Mary sorgen nicht gerade für Hochstimmung in der Gang. Als ein Treffen mit dem Hehler in einem Fehlschlag endet, entbrennt unter den Gangstern ein offener Verteilungskampf um das Geld, zu dem auch der totgeglaubte Burt wieder auftaucht, um sich seinen Anteil an der Beute zu sichern.

 

E/I 1970

 

Zitate:

„Es gibt nur zwei gute Menschen: Der eine ist tot, der andere muss noch geboren werden.“ (Vorspanns-Motto)

 

„Es ist leichter Gott zu trauen als deinem Nächsten, denn Gott bescheißt dich nie.“ (Burt aus dem Off)

 

Die Kritik des Gunslingers:

Wow! Dieser Italowestern kommt fast ohne Worte, ohne Außenhandlung aus, ist Atmosphäre pur. Worte sind auch nicht mehr nötig: Sie wurden ersetzt durch reine Gewalt, denn die wie Hippies gekleideten Protagonisten und ihre Welt sind völlig verroht. Dies wird bereits deutlich nach Burts blutiger Befreiung: Nachdem ihm die Mexikaner beim Abschied freundschaftlich viel Glück gewünscht haben und davonreiten, schnappt er sich ohne Gefühlsregung ein Gewehr und erschießt alle. Später kommt dann noch die Gier nach dem Gold dazu, die es den Beteiligten unmöglich macht, so etwas wie Empathie zu zeigen. Der Score von Migliardi unterstützt dies genial: brachialer Progressive-Rock in den Action-Szenen, während die unheimliche Stimmung in der Geisterstadt durch bizarre elektronische Geräusche untermalt wird. Die Kamera schleicht dazu um die Häuser und verstärkt das Gefühl der Bedrohung und des Permanent-Beobachtet-Werdens. Später, wenn der Fremde, der keine Schusswaffen bedienen kann, seine Bumerangs zum Einsatz bringt, begleitet sie die exotischen Waffen auf ihrem todbringenden Flug. „Matalo“ ist einer der experimentellsten, aber für mich auch einer der interessantesten Genrebeiträge. Vom Setting und der psychedelischen Atmosphäre erinnert er mich an Roland Klicks hervorragenden „Deadlock“ aus dem gleichen Jahr.

Gedreht wurde nach Bruckner übrigens in der gleichen Stadt, in die fast sechs Jahre zuvor Clint Eastwood in „Für eine Handvoll Dollar“ einritt.

 

Rating: $$$$+

 

Bodycount: ca 11 Mexikaner, ca. 17 Gringos, 4 Frauen

 

Explizite Brutalitäten:

- die Gangster misshandeln den Fremden und die Witwe, denen sie ihr zufälliges Vorbeikommen nicht glauben

- Ted vermacht den Fremden mit einer Kette, weil er bei Mary nicht landen kann. Anschließend hetzt er den Geschwächten durch den leeren Ort.

 

Liebe:

zum Geld 10/10; im romantischen Sinn: 0/10

 

Splatter: 1/10

 

Spezialitäten:

- Burt beherrscht einen seltsamen Triller-Laut, mit dem er unterm Galgen den Pfaffen aus dem Konzept bringt

- der Fremde kann mit den klassischen Schusswaffen nicht umgehen, dafür beherrscht er die Kunst des Bumerang-Wurfs

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