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Das Italowestern-Archiv
Eine Bahre für den Sheriff (Una Bara per lo Sceriffo)

AT:

Joe Logan sieht rot

Una Tumba para el Sheriff (E)

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Armando Calvo und ...

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... Eduardo Fajardo (r.) drehen Antonio de Teffè durch den Wolf

R: Mario Caiano; B: David Moreno, Guido Malatesta (“James Reed”); K: Julio Ortas; M: Francesco de Masi; D: Antonio de Teffè (“Anthony Steffen”), Eduardo Fajardo, Arturo Domenici (“Arthur Kent”), Armando Calvo

 

Quelle: TV-Ausstrahlung (mdr)

 

Im kleinen blitzsauberen Städtchen Richmond taucht ein Fremder („Anthony Steffen“) auf, der mit Falschgeld bezahlt und sich „Texas-Joe“ nennt. Joe heischt um Aufnahme in der Bande von Lupe Rojo (Armando Calvo), die in der gleichen Nacht Richmonds Bank blutig um ihre Einnahmen erleichtert hat. Nach einer gewissen Überzeugungsarbeit mit Colt und Chuzpe nehmen ihn die Gangster in ihren Reihen auf, nicht ahnend, was sie sich für ein Ei ins Nest haben legen lassen. Joe nämlich ist auf Rache aus, denn zwei Jahre zuvor hatte die Rojo-Gang bei einem Postkutschenüberfall seine Frau ermordet. Auf Hilfe des Gesetzes kann er nur bedingt bauen, denn auch der örtliche Sheriff steht im Sold des Mobs. Als Joe seinen Freund, den Großrancher Wilson (George Rigaud), vor einem drohende Überfall der Rojo-Gang warnt, fliegt die Tarnung auf.  Doch immerhin kennt er jetzt den Schuldigen am Tode der Gattin. 

 

I/E 1965

 

Zitate:

„Dass einer, der so neugierig ist wie du so alt wird, grenzt an ein Wunder.“ (Joe zum alten Slim (Jesús Tordesillas))

„Du musst uns für reichlich dämlich halten, Joe. Sind wir aber nicht: Wir seh’n nur so aus.“ (Lupe zu Joe)

 

Die Kritik des Gunslingers:

Eins muss man Mario Caiano lassen: Seine Western sind im höchsten Maße konsumierbar, ohne jedoch jemals in Klassikerregionen vorzustoßen. Das gilt auch „Eine Bahre …“, in der er wie zumeist Antonio de Teffè die Hauptrolle zuwies. Für sein frühes Entstehungsjahr, sozusagen im Trias des Italowestern, hat sich der Film schon erstaunlich weit von seinen amerikanischen Vorbildern gelöst, was Atmosphäre und Figurenkonstellation angeht. Er bietet solide und ruppige Spaghetti-Unterhaltung. Joe Logan, eigentlich ein Mann des Gesetzes, tötet allein um der Rache willen. Den Schurken schießt er erst mehrmals an, bevor er ihn endgültig zu den Akten legt. Am Ende versenkt er seinen Sheriffstern im Pferdetrog. Eduardo Fajardo, auf den Caiano ebenfalls gern zurückgriff, liefert hier schon den perversen Sadisten am Rande des Wahnsinns mit Spaß an Folter und Mord, den er später perfektionierte.

Was Caiano leider nie richtig hinbekam: einen vernünftigen Showdown, der hier jedoch noch in Ordnung ist. Seine „Massenszenen“, wie beispielsweise  auch der Postkutschen- und Banküberfall, sind dagegen immer recht öde Ballereien, und für meinen  Geschmack verlässt er sich zu oft auf das Mittel „Saloon-Schlägerei“, um Meter zu machen. Dennoch: Für mich zählt der Film neben „Der letzte Zug nach Durango“ zu den stärksten der insgesamt fünf Caiano-Steffen-Produktionen. Zudem ist de Masis Score wieder eine sichere Bank: akustische und halbelektrische Gitarren mit Trompetenbegleitung.

 

Bewertung: $$$+      

 

Bodycount: ca. 25 Gringos, 1 Mexikaner, 2 Frauen

 

Explizite Brutalitäten:

- Russell Murder (Fajardo) – was für ein Name – kommt nach gelungenem Überfall nochmal extra zurück, um den gefesselten Bankkassierer grinsend umzunieten. Er ist auch sonst Mord und Totschlag gegenüber extreeeem aufgeschlossen

- Joe kriegt eine schöne Wucht, damit er den Gangstern den wahren Zweck seines Erscheinens näherbringt

 

Liebe:

Da läuft gar nischt. Sofern Beziehungen bestehen, sind diese reine Zweckgemeinschaften: 0/10

 

Splatter: 2/10

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