Make your own free website on Tripod.com
Home | English Version | The Songs, the Lyrix | Horror, Grusel, Classix | Thriller, Cops'n'Robbaz | Pseudonyme | Linx | Impressum | Zum Gästebuch
Das Italowestern-Archiv
Fahrstuhl zum Schafott (L'Ascenseur pour l'Echafaud)

schafott4.jpg
Jean Wall erkennt seine eigene Pistole

schafott2.jpg
Jeanne Moreau irrt durchs nächtliche Paris

R: Louis Malle; B: L.M., Roger Nimier, Noel Calef;

K: Henri Decae; M: Miles Davis; D: Jeanne Moreau, Maurice Ronet, George Poujouly, Yori Bertin, Lino Ventura

 

Quelle: Kinobesuch, TV-Ausstrahlung (arte)

 

Julien Tavernier (Maurice Ronet) verbindet eine heiße Affaire mit Florence Carala (Jeanne Moreau), Frau seines Chefs (Jean Wall). Um endlich frei zu sein stiftet Florence ihren Geliebten zum Gatten-Mord an. Der Plan klappt wie am Schnürchen: An einem Samstag erschießt Julien Carala an seinem Schreibtisch und lässt es wie Selbstmord aussehen. Doch dann beginnt die Pechsträhne: In der Eile hat der Mörder ein wichtiges Beweisstück vergessen und muss daher zurück ins Büro. Leichtsinnigerweise nutzt er dafür den Fahrstuhl, in dem er natürlich prompt steckenbleibt, als der Strom übers Wochenende abgestellt wird. Gleichzeitig „borgen“ sich der Kleinganove Louis (Georges Poujouly) und seine Freundin Veronique (Yori Bertin) Taverniers Auto und unternehmen damit eine Spritztour. Sie werden dabei von Florence gesehen, die am vereinbarten Treffpunkt auf Julien wartet und prompt die falschen Schlüsse zieht. Im Lauf der Nacht erschießt Louis mit Taverniers Pistole in einem Motel ein deutsches Touristenehepaar bei dem Versuch, ihr Auto zu klauen. Die Polizei ermittelt aufgund der Indizien gegen Julien in dieser Mordsache. Der im Zuge dieser Ermittlungen entdeckten Tod Caralas wird noch als Selbstmord behandelt. Am Ende bringt der Film aus Juliens Pocket-Kamera, der beim Motel-Fotografen zur Entwicklung liegt, die Dinge in die richtige Reihenfolge.

 

F 1958

 

Zitat:

„Ich halte Sie nicht für mutig. Im Krieg vielleicht, aber nicht in wichtigen Dingen.“ (Carala zum Ex-Offizier Julien, als der ihn mit einer Pistole bedroht.)

 

Die Kritik des Gunslingers:

Wow! Dieser Nouvelle-Vague-Thriller, ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Die Handlung ist dreigeteilt: Auf der einen Seite haben wir Julien, der nahezu die ganze Zeit mit Befreiungsversuchen aus seinem Gefängnis beschäftigt ist. Dann ist da Florence, hin- und hergerissen zwischen ihrer Enttäuschung und ihrer bis zur Selbstaufgabe reichenden Liebe, die auf der Suche nach ihrem Geliebten durch das nächtliche Paris irrt. Schließlich Lous und Vero, die keine schlechten Menschen sind, aber mit einer Mischung aus romantischer, jugendlicher Rebellion, Leichtsinn und Blödheit in eine eigentlich aussichtslose Lage geraten. Dazwischen bewegt sich Kommisar Cherier (Lino Ventura), dem es obliegt, diese durch Verbrechen verknüpften Handlungsstränge zu ordnen.

Alles ist angesiedelt im Paris der ausgehenden 50er-Jahre: nicht als romantische Metropole der Liebenden in Szene gesetzt, sondern als glatter, kühl-moderner, regennasser Hochhaus-Kosmos, in dem die Menschen verloren und einsam durch die Nacht driften. Während etwa Jaques Tati in seinen Filmen der mit Macht Einzug haltenden Moderne durch seinen schrulligen Großstadt-Clown Hulot die Schärfe nahm, schaffen hier die eiskalten Schwarzweißbilder von Henri Decae eine anonyme und lebensfeindlich wirkende Atmosphäre. Der exquisite Cool-Jazz-Score von Miles Davis stellt den Kühlschrank dann noch ein, zwei Stufen tiefer. Grandios! Der Überlieferung nach hat das Miles Davis Quintet den Soundtrack live zu den Filmbildern eingespielt.

Tipp: Unbedingt im Kino sehen! In der Glotze büßt der Film einiges von seiner Magie ein.

 

Rating: $$$$$

Enter supporting content here