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Das Italowestern-Archiv
Blaue Bohnen für ein Halleluja (Little Rita nel West)

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Gordon Mitchell und Rita Pavone beim Oxydieren von Naturkräutern

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Lucio Dalla mit Problemen bei der Feinabstimmung

R: Ferdinando Baldi; B: F.B., Franco Rossetti; K: Enzo Barboni; M: Robby Poitevin; D: Rita Pavone, Lucio Dalla, Gordon Mitchell, Mario Girotti (“Terence Hill”), Teddy Reno

 

Quelle: TV-Ausstrahlung (ARD)

 

Auf der grünen Wiese hat sich eine Wildwest-Revue eingefunden. Hauptprotagonistin sind eine zwergenhafte Revolverheldin (Rita Pavone), die sich Little Jane nennt, mit ihrem Riesenschießprügel und ihr zauselbärtiger Begleiter Francis Fitzgerald Scott (Lucio Dalla). Dazu kommt ein tanzfreudiger Indianerstamm unter Führung des „Sitzenden Büffels“ (Gordon Mitchell), der sich mit seiner Wasserpfeife bei Laune hält. Mit von der Partie sind weiterhin diverse Schurken, wie Ringo („Kirk Morris“ = Adriano Bellini) oder Pancho Villa (Fernando Sancho) und außerdem der junger Kuhtreiber Texas-Joe („Terence Hill“), der erst dem Mammon und dann der Liebe zugetan ist. Jane, Francis und der „Sitzende Büffel“ wollen sämtlichen Goldes habhaft werden, um dieses zu vernichten und so die Erde ein bisschen besser zu machen. Die meisten anderen haben was dagegen, so dass um die einzelnen, hauptsächlich von Little Jane dargebotenen Italo-Beat- und -Schlager-Stücke herum noch reichlich gestorben wird.

 

I 1967

 

Zitate:

Ringo: „Du weißt doch, alles, was ich tat, tat ich für eine Handvoll Dollar.“ – Jane: „Hast Du’s nicht auch ab und zu für ein paar Dollar mehr getan?“

 

Django: „Bitte lass mich auf amerikanische Weise sterben.“ – Jane: „Was ist das?“ – Django: „Lass mich Dir mein Leben erzählen. Japanische Helden sterben immer sofort.“

 

Die Kritik des Gunslingers:

Der von der Archiv-Redaktion für seine mit Tony Anthony inszenierten Skurrilitäten „Blindman“ und „Time Breaker“ geschätzte Ferdinando Baldi geht auch hier in die Vollen: „Blaue Bohnen …“ ist kein Italowestern, sondern ein Musical, das sich reichlich an Versatzstücken des damals boomenden SW bedient und diese mehr oder weniger lustig durch den Kakao zieht. Da fehlen beispielsweise weder Django und sein Sarg, noch Eastwoods „Bleiweste“ aus „Für eine Handvoll Dollar“. Ausstattung, darstellerische Leistungen und die Story sind totale Nebensache: Es ist kleinkariert, sich an den Scheiß-Perücken der Indianer zu stören oder der fettgrünen Rasen-Szenerie, durch die Terence Hill folgerichtig keine Rinderherde, sondern eine Rotte Schwarz-Bunte treibt. Auch über die Tatsache, dass das reichlich verwendete Dynamit der Schreibweise her – „Dinamit“ - eher aus osteuropäischen Gefilden zu stammen scheint, kann man großzügig hinwegsehen. Ihr ahnt es bereits, Amigos: Das Anliegen des Films war es offensichtlich nicht, einen weiteren Spaghettiwestern zu machen, sondern ein hippes Vehikel für Rita Pavone und wohl auch Lucio Dalla zu produzieren. Rita Pavone, die in den mittleren Sechzigern in Italien bereits ein Star war und mehrere Hits auch in Deutschland hatte, war auf dem Sprung ins richtige internationale Geschäft. Italo-Soulster Lucio Dalla stand 1967 am Anfang seiner musikalischen Karriere, die erst zu Beginn der 70er richtig in Quark kam. Hätten Baldi und sein Team mehr Gehirnschmalz und Mühe ins Drumherum gesteckt, anstatt allein auf die gewöhnungsbedürftige Quäkstimme von Rita Pavone zu setzen, und hätten sie den Film nicht auf knapp 100 Minuten aufgeblasen …. Na ja: Hät’ der Hund nicht geschissen, hätt’ er einen Hasen gefangen.

In einer wirklich netten Nebenrolle als völlig überforderter Sheriff ist übrigens Pavones Manager und späterer Gatte Teddy Reno zu sehen.

 

Rating: $$+

 

Bodycount: ca. 10 Gringos, ca. 13 Mexikaner

 

Liebe: Joe und Jane sind füreinander bestimmt 3/10

 

Specials:

Jane trägt eine kugelsichere Weste und benutzt sehr wirksame Gewehrgranaten

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