Make your own free website on Tripod.com
Home | English Version | The Songs, the Lyrix | Horror, Grusel, Classix | Thriller, Cops'n'Robbaz | Pseudonyme | Linx | Impressum | Zum Gästebuch
Das Italowestern-Archiv
Zwiebel-Jack räumt auf (Cipolla Colt)

zwiebel2.jpg
In Paradise City bohrt man überall nach Öl

zwiebel3.jpg
Dressurreiten für Anfänger

R: “Enzo G. Castellari” (Enzo Girolami); B: Sergio Donati, Luciano Vincenzoni, Miguel De Echarri; M: G. & M. De Angelis; K: Alejandro Ulloa; D: Franco Nero, Martin Balsam, Sterling Hayden, Emma Cohen

 

Quelle: TV-Ausstrahlung (Premiere)

 

Anfang des 20. Jahrhunderts: In Paradise City, einem Kleinstädtchen in Texas, ist der Öl-Boom  ausgebrochen. Der Öl-Magnat Lamb (Martin Balsam) reißt sich mit allen legalen und illegalen Mitteln das Land der Bauern unter den Nagel. Nur Foster, der letzte Farmer der noch seinen Acker bestellt, hat den Drohungen widerstanden, wird aber von Lambs Miet-Killern letztendlich doch unter die Furche befördert.

Nicht aber ohne vorher sein bescheiden Fleckchen Erde an eine höchst sonderbare Type namens „Zwiebel“ (Franco Nero) zu verhökern. Die tränenfördernde Erdfrucht ist nämlich Haupt- und Leibspeise des schrulligen Zausels, und so zockelt er auch umgehend mit seinem sprechenden (!) Gaul Archibald und zentnerweise „Saatgut“ in seine neue Heimat. In Paradise City erwarten ihn einige Überraschungen. Zuerst setzt er handfest im Saloon die öffentliche Meinungsfreiheit durch und erntet den Dank des Zeitungsverleger Pulitzer (sic!, Sterling Hayden) , der in auf einen Happen Steak zu sich und seiner Tochter Mary Ann (Emma Cohen) einlädt. Die holde Maid lässt sich auch von scharfen Mundgeruch und ätzender Achselnässe nicht abschrecken und knüpft zarte Bande zu Zwiebel. Unfreundlicher verläuft jedoch der erste Besuch auf seiner neuen Farm. Die verwaisten Knaben des verstorbenen Foster dachten nicht im Traum daran, die Hütte zu verlassen und wehren sich explosiv gegen den unbekannten Eindringling. Der kann jedoch recht schnell glaubhaft machen, das er nix Böses im Schilde führt, nimmt die beiden recht abgezockten Jungs als Partner auf und bildet mit Pulitzer eine Allianz gegen das organisierte Ölverbrechen...

 

I 1975 

 

 

Die Kritik des Sargnagels:

 

Feiner, solider Fun-Western der beiden Busen-Spezis Nero und Girolami, die wohl mit diesem Streifen auch ein Stückchen vom großen Comedy-Kuchen abhaben wollten. Man pickte sich das Beste aus den Barboni- und Carnimeo-Vorlagen heraus; angefangen bei den hochgepitchten Slapstickeinlagen über die gewohnt gekonnten Saloon-Kloppereien bis zum Charakter „Zwiebel“ (der wie ein „Nobody on Trash“ rüberkommt) erinnert Einiges an die Genre-Referenzen der Spaßfraktion. Und wie es sich gehört, wurde die deutsche Synchro auch hier wieder mit Deftigkeiten à la „Warum musst du zum Richter? – Ich hab mich gestern selbst bestohlen und brauch jetzt Fassungsschutz“ oder „Unser Sheriff mag keine Menschenaufläufe, nur Nudelaufläufe...“ aus der Brandt´schen Gelaberküche gewürzt. Handwerk und Humor sind also mannigfach vorhanden, und das qualitativ hochrangige Ensemble versprüht die pure Lust am Lachen. Franco Nero lässt alles raus, was er an humoristischen Talent intus hat; eine Freude ihm hier zu zuschauen.

Erwähnenswert auch der Score der De Angelis–Brüder, der IMO mit zum Besten ihrer Karriere gehört.

Keine originelle, aber trotzdem hochklassige Komödie, die einige ehrliche Lacher wert ist.

 

Rating: $$$+

 

Bodycount: 2

 

Love-Story: 2/10 (naja, Mary Ann und Zwiebel finden sich, aber Zwiebel ist so romantisch wie ein Kartoffelsack…)

Enter supporting content here