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Das Italowestern-Archiv
In den Krallen des Unsichtbaren (La Vie amoureuse de l'Homme invisible)

AT:

Das Schreckenshaus des Dr. Orloff

Der unsichtbare Tod

Orloff et l’Homme invisible (F)

Orloff y el Hombre invisible (S)

krallen1.jpg
Nicht die Beine von Dolores, sondern die Augen von Isabel del Rio

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Fernando Sancho vermisst Colt und Sombrero

R, B: Pierre Chevalier; K: Raymond Heil; M: Camille Sauvage; D: Howard Vernon, Francis Valladares, Brigitte Carva, Fernando Sancho, Isabel del Rio

 

Quelle: VHS (Royal)

 

Nachts über seinen Büchern brütend, ereilt Dr. Garaudet (Francis Valladares) ein Hilferuf vom Schloss des Professor Orloff. Für die örtlichen Bauern ist das Gemäuer jedoch ähnlich suspekt beleumundet wie für den weißen New Yorker Taxifahrer der Stadtteil Harlem nach Einbruch der Dunkelheit: Erst gegen ein gehöriges Bakschisch ist daher einer der wackeren Landmänner bereit, den Doktor zu fahren. Nachdem ihn das renitente Personal endlich eingelassen hat, erfährt der Mediziner im Schloss von des Professors Töchterlein Cecile (Brigitte Carva), dass gar seltsame Dinge vorgingen: Spiegel ohne Spiegelbild, schwebende Bücher, die sich durch Zauberhand umzublättern scheinen und dergleichen mehr. Als Mann der Wissenschaft zeigt sich Garaudet außerordentlich interessiert, und er begibt sich direkt zu Orloff. Der – Typ „frustrierter und daher verrückter Wissenschaftler“ - hat nach eigenem Bekunden eine unsichtbare, intelligente Kreatur zusammengeschwiemelt, die zum Überleben von Zeit zu Zeit ein wenig Bauern-Blut benötigt, das ihm sein halbtoter Wildhüter (Fernando Sancho) zu besorgen hat. Damit der Doc nix ausplaudert, wird er alsbald auf dem Schloss festgesetzt als Lebendkonserve für den unsichtbaren Freund. Mit Hilfe von Cecile gelingt ihm die Flucht aus dem Verließ, doch muss er erst noch den Unsichtbaren abschütteln. Dem wird seine Libido zum Verhängnis.

 

F/S 1970

 

Zitate:

„Eine neue Rasse ist geboren! Ich befehle einem Wesen, das höher entwickelt ist als der Mensch!“ (Professor Orloff. Anmerkung: Betrachtet man dann die letztendliche Ausgestaltung des Unsichtbaren, kann man dies durchaus als eine milde Form der Zivilisationskritik werten ;-))

„Beruhigen Sie sich Doktor. Sie geben Ihr Blut für die Wissenschaft.“ (Orloff zum eingesperrten Garaudet. )

 

Die Kritik des Gunslingers:

Na, da legst Di’ nieder: Diesem Sleaze-Horror fehlt nahezu alles, nicht nur Ideen und Inspiration sondern auch in allen Belangen das technische Können. Die völlig missglückte Story, die sich unter anderem am Frankenstein-Motiv und an Poe-Elementen abarbeitet, gruppiert sich stillos und wirr um die „Höhepunkte“: eine Flagellationsszene im Wald mit der leider etwas pferdezähnigen Isabel del Rio sowie Mädels, die der Unsichtbare nackich macht, um sie anschließend zu vernaschen (Evane Hanska), bzw. dies zu versuchen (Brigitte Carva). Dazu wälzen sich die Ärmsten stöhnend im Heu oder fallen auf irgendwelche Betten, während die Kamera die entsprechenden Körperpartien abfährt. Mit Hilfe eines Beutelchen Mehls (kicher!) wird der Unsichtbare dann auch noch kurz sichtbar gemacht und entpuppt sich als ein in eine Art Wollteppich gehüllter Affenmensch. Der bewegt sich als schlampig ausgeführte Doppelbelichtung orientierungslos durch den Raum, bis ihm der Doktor endlich einen über den Kürbis zwiemelt und mit der nackten Cecile Fersengeld gibt. All’ das wird noch garniert mit einem recht experimentellen Score, der auch nicht für die rechte Stimmung sorgen mag. Trotz hohen Trashfaktors für mich eine Enttäuschung.

 

Rating: $ (Trashfaktor: $$$$$)

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