Make your own free website on Tripod.com
Home | English Version | The Songs, the Lyrix | Horror, Grusel, Classix | Thriller, Cops'n'Robbaz | Pseudonyme | Linx | Impressum | Zum Gästebuch
Das Italowestern-Archiv
Die Rechnung ohne den Wirt (The Postman always rings twice)

rechnung4.jpg
Cecil Kellaway ahnt noch nichts von dem Schicksal, ...

rechnung2.jpg
... das John Garfield und Lana Turner für ihn vorgesehen haben

R: Tay Garnett; B: Harry Ruskin, Niven Busch; K: Sidney Wagner; M: George Bassman; D: Lana Turner, John Garfield, Cecil Kellaway, Hume Cronyn

 

Quelle: TV-Ausstrahlung (ARD)

 

Frank Chambers (John Garfield) ist ein Vagabund mit Hummeln im Hintern. Als es ihn irgendwo im Niemandsland zwischen Los Angeles und San Francisco an den Rasthof von Nick Mill (Cecil Kellaway) verschlägt, verspürt er daher keine Lust, den ihm dort angebotenen Job anzunehmen. Doch mit dem Anblick von Nicks knuspriger Gattin Cora (Lana Turner) ist die Zögerlichkeit wie weggeblasen, und er schlägt ein. Die vernachlässigte Dame des Hauses spielt ein raffiniertes Spiel aus Hingabe und Zurückweisung, so dass Frank bald rettungslos am Haken hängt. Schon bald kommt Cora mit einem Mordplan übern Hof, denn durch eine reguläre Scheidung stände sie mittellos da. Nach anfänglichem Zögern ist Frankie zum Mitmachen bereit. Nachdem der erste Mordversuch aufgrund eines Zufalls fehlschlägt, ist die zweite Aktion erfolgreicher. Doch leider riecht Staatsanwalt Sackett (Leon Ames) den Braten und macht vor allem dem schwankenden Frank gehörig Feuer unterm Hintern. Als dem das Arschwasser richtig kocht, haut er seine Geliebte in die Pfanne und macht eine entsprechende Aussage. Cora kann zwar den Hals aus der Schlinge ziehen und den Rasthof übernehmen, während Frank wieder seinen alten Job aufnimmt. Doch ist’s fortan natürlich Essig mit dem gemeinsamen Liebesglück. Am Ende hält das Schicksal noch eine besonders unschöne Wendung für die Beiden bereit.

 

USA 1946

 

Zitate:

Frank: „Ich setze alles durch, wenn’s drauf an kommt.“ - Cora: „Das bilden Sie sich ein.“

„100 Eier wett’ ich, dass Sie `ne tote Maus ist.“ (Staatsanwalt Sackett zu Coras Anwalt Keats (Hume Cronyn))

 

Die Kritik des Gunslingers:

Spannender und atmosphärischer Noir, basierend auf der Buchvorlage von James Cain, der neben Chandler, Hammett oder auch Thompson zu den frühen harten US-Thriller-Autoren gehörte. Die Konstellation ist klassisch: eine toughe, schöne Dame, an deren Strippen ein höriger Liebhaber hängt, der glaubt, alles unter Kontrolle zu haben, sowie das ahnungslose Opfer. Während aber in anderen Schwarze-Serie-Filmen die eiskalten Engel ihren Weg mit knallharter Konsequenz gehen, spielt hier auch Schicksal eine Rolle. Zwar treibt Cora Frank letztendlich in den Mord, ist aber nach dem ersten Fehlversuch durchaus bereit, von ihrem Vorhaben abzulassen. Erst Franks durch Nick betriebene Rückkehr und dessen Pläne, das Anwesen zu verkaufen, um zu seiner pflegebedürftigen Schwester nach Kanada zu ziehen, setzen die stehengebliebene Uhr wieder in Gang. Zweitens ist Cora im Gegensatz zu anderen dunklen Heldinnen zu echten Gefühlen fähig, die über das reine Verschaffen von Vorteilen hinausgehen.

Der Film bedeutete den Durchbruch für Lana Turner, deren Karriere allerdings unter keinem guten Stern stand. In einer kleinen Nebenrolle als gelangweilte Blondine, die John Garfield in Versuchung führt, ist Audrey Totter zu sehen, die häufig als „Bad Girl“ in Thrillern eingesetzt wurde. John Garfield geriet wenig später als engagierter "Linker" auf McCarthy's schwarze Liste. Damit war seine Kinokarriere so gut wie vorbei. Er spielte danach vor allem Theater und starb bereits mit 39 Jahren an einem Herzinfarkt.

 

Rating: $$$$+

Enter supporting content here