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Das Italowestern-Archiv
Der Dicke, das Schlitzohr und drei Halleluja (Di Tresette ce n'è uno tutti gli altri son Nessuno)

AT:

Dicke Luft in Sacramento (D)

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Tresette hat den "Schlimmen Popcorn" am Schlafittchen

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Abgrundtiefe Symbolik à la David Lynch

R: Giuliano Carnimeo (“Anthony Ascott”); B: G.C. ; M: Alessandro Alessandroni; D: Jorge Hill (“George Hilton”), Cris Huerta, Nello Pazzafini, Ricardo Garrone, Alfio Caltabione

 

Beim Duft von Gold und jeder Menge Papiergeld läuft dem berüchtigsten Bauernfänger jenseits des Pecos das Wasser im Mund zusammen – Tresettes („George Hilton“) untrügerisches Näschen für prallgefüllte Portemonnaies führt ihn sogar in die geschlossene Abteilung des Irrenhauses von Sacramento. Als psychologische Koryphäe verkleidet stöbert er dort zusammen mit seinem Partner Bambi (Cris Huerta) den Kleinganoven Frank Faina alias Slim Popcorn auf, der vor geraumer Zeit mit den „Ersparnissen“ der Menoni-Gang  durchbrannte und in besagter Klapsmühle Unterschlupf suchte. Die Geprellten, angeführt von Straker (Nello Pazzafini), befinden sich allerdings ebenfalls schon auf der Suche nach der Kohle, und eine turbulente Hetzjagd beginnt, in dessen Verlauf selbst der Ku-Klux-Klan nicht ungeschoren davonkommt. Zu allem Überfluss will Tresettes alter Rivale Veleno (Alfio Caltabione) nach zig misslungenen Versuchen endlich eine finale Entscheidung in Blei herbeiführen...

 

 

Die Kritik des Sargnagels:

Jesses, was für ein göttlicher Müll. Sorgten meist die völlig überzogenen Synchros von Rainer Brandt in den Werken von Carnimeo für die Humoreinlage, so wurde hier auch visuell ordentlich vom Leder gezogen und gegenüber dem Vorgänger „Kennst du das Land wo blaue Bohnen blühn?“ noch ein paar Schippen Slapstick-Schwachsinn zugelegt.

Schon nach ca. 20 Sekunden wird der Streifen jeglicher Ernsthaftigkeit entjungfert und prescht 83 Minuten entfesselt von Raum, Zeit und Handlung durch die Untiefen des B-Klasse-Humors. Spätestens nach der infernalischen Irrenhaus-Sequenz ist klar, dass man der Handlung nicht mehr folgen braucht, sondern sich rein auf die Abfolge der Slapsticksequenzen konzentrieren muss, um möglichst viele Lacher mitzunehmen.

Handwerklich gibt’s Carnimeo-typisch rein garnix auszusetzen, Kamera und Score sind gewohnt gut, die Kloppereien auf den Punkt inszeniert, und der Schnitt macht sich um einige Zwerchfell-Erschütterer bei hochgepitchten Maulschellen-Sequenzen verdient.

In Punkto Slapstick und Brutalsynchro übertrifft dieses Werk auch die Spencer/Hill´sche Genre-Referenz „Vier Fäuste für ein Halleluja“  und stellt ein Schmankerl und Muss für jeden Italo-Trash-Fan dar. Mit klassischem Italowestern hat die Schwarte allerdings bis auf Herkunft und Requisite nix mehr zu tun. Für konservative Seher dürfte der Streifen nur ein weiterer Sargnagel des Genres darstellen und bei Komplettisten im Giftschrank verschwinden.

  

Rating: $ (incl. Trash- und Humorfaktor $$$$$)

 

Liebe : 0/10

 

Explizite Brutalitäten: 83 min

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