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Das Italowestern-Archiv
Blindman - der Vollstrecker (Blindman)

AT:

Il Cieco (I)

Il cieco Pistolero (I)

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Liegt's am Vollbart oder doch an der Achselnässe?

blindman2.jpg
Wenigstens weiß der Gaul, wo´s lang geht...

R: Ferdinando Baldi; B: Tony Anthony, P.G. Anchisi, Vincenzo Cerami; M: Stelvio Cipriani; K: Ricardo Pallottini D: Tony Anthony, Lloyd Battista, Ringo Starr, Raf Baldassare

  

Ein blinder, verzauselter Pistolero (Tony Anthony) reitet in die Stadt, lässt sich erst mal von herumstreunenden Passanten auf die Turmuhr eichen und läutet mit seiner Winchester seine Ankunft an. Das bereitet den Jungs, die unseren sympathischen Sehbehinderten um die stattliche Anzahl von 50 heiratsfähigen Mädels (!) geprellt haben, vorerst wenig Kopfschmerzen. Unter Hohn und Spott teilen sie unserem verhinderten Ehevermittler mit, dass sie die Frollein gewinnbringend an Domingo (Lloyd Battista) verhökert haben, seines Zeichens mexikanischer Großkrimineller mit Privatarmee.

Soviel Sorglosigkeit wird bestraft; Blindman kündigt seinen Vertrag seinerseits mithilfe eines explosiven Mitbringsels aus dem Herrenhandtäschchen, steigt wieder auf seinen Zossen und lässt sich gen Mexiko leiten, mit festem Willen, nicht ohne seine wertvolle Fracht zurückzukehren... was für Herrn Domingo samt Mischpoke im Laufe der folgenden 100 Minuten die Einstellung jeglicher Geschäftstätigkeiten zur Folge hat.

 

I 1971

 

Die Kritik des Sargnagels:

Blindman hat alle Ingredienzien eines guten Italowesterns, auch wenn die Handlung im Groben der von „Für eine Handvoll Dollar“ gleicht ( -> Stranger spielt zwei rivalisierende Banden aus).  Der Streifen bezieht seine Originalität vor allem aus dem Haupt-Charakter. Der ist zwar ebenfalls gemopst, ähnelt er doch sehr dem blinden Samurai Zatoichi, der schon seit den frühen 60ern auf den Leinwänden Japans lustwandelt. Trotzdem: der superb dargestellte Blindman stellt schon aufgrund seiner Behinderung eine Ausnahme dar und gehört für mich zu den größten „Sympathieträgern“ im Italowestern-Universum. Fatalistisch auf seinen Vertrag pochend, stürzt er sich von einer Verwegenheit in die Nächste, und man fragt sich dauernd, wie er das trotz seiner Sehschwäche jetzt hinbiegt. Tony Anthony muss man lieben oder hassen, für einen Italowestern-Helden ist er schon ziemlich außergewöhnlich. Dem Charakter hat er jedenfalls seinen Stempel aufgedrückt. Selbiges gilt auch für die Filmauftritte des Ex-Beatles Ringo Starr, der hier einen frauenfixierten Unhold mimt. Und das nicht mal so schlecht, obwohl er in gewissen Szenen etwas „angestrengt“ wirkt.

Der Rest der Besetzung wird ebenfalls von Ferdinando Baldi gekonnt in Szene gesetzt, der auch die Handlung immer schön am köcheln hält und die für den Storymodus typischen Twists effektiv platziert.

Fazit: Ein Schmeckleckerchen der ersten Güteklasse, das sich locker mit den Spitzenprodukten von Corbucci oder Carnimeo messen lassen kann.

 

Rating: $$$$+

 

Bodycount: nicht gezählt, aber ordentlich.

 

Love-Story: 1/10 (na ja, wenn man die unglückliche Romanze des Herrn Starr berücksichtigt...)

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