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Das Italowestern-Archiv
Keoma - Melodie des Sterbens

AT:

Keoma – Lied des Todes

Coolman Keoma

Keoma - Ein Mann wie ein Tornado

Keoma, il Vendicatore (I)

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Ein Hippie, der ordentlich zulangen kann: Franco Nero

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Vier Brüder (v.l.: Orso Maria Guerini, Antonio Marsina, Franco Nero, Joshua Sinclair)

R: Enzo Castellari; B: Luigi Montefiori, Nino Rolli, Nico Ducci; K: Diage Parolin; M: Guido & Maurizio de Angelis; D: Franco Nero, Donal O'Brien; Olga Karlatos, William Berger, Woody Strode

 

Kurz nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs kehrt Halbblut Keoma (Franco Nero) nach Hause zurück. Doch er betritt eine wüste Welt: Pocken und Cholera feiern fröhliche Urständ‘, und um die Sause perfekt zu machen, wird das sterbende Städtchen von Ex-Offizier Caldwell (Donal O’Brien) und seinem Mob beherrscht. Die Mobster haben die Stadt von der Außenwelt isoliert und lassen weder Medikamente hinein, noch Menschen hinaus. Die Aussätzigen werden in einer alten Goldmine festgehalten, um dort auf den Tod zu warten. Der noch gesunde Rest vegetiert apathisch vor sich hin, wie Keomas alter Kumpel aus Kindertagen, Ex-Sklave und Neu-Alkoholiker George (Woody Strode). Als Keoma die schwangere Lisa (Olga Karlatos) aus den Fängen der Caldwell-Gang befreit, beginnt die Uhr zu laufen. Keomas Adoptivbrüder (Orso Maria Guerrini, Joshua Sinclair, Antonio Marsina), die Dienst bei den Caldwells schieben, sehen nun die Gelegenheit gekommen, um den ungeliebten Bruder loszuwerden. Doch der ist aus hartem Holz geschnitzt und findet zudem die Unterstützung seines Vaters Will (Will Berger) und des wiedererstarkten George. Die Dinge kommen ans Laufen, und am Ende kann’s nur einen geben.

 

Die Kritik des Gunslingers:

Im allgemeinen hochgelobtes Werk von Enzo Castellari, der sich 1976 bewusst an Vorbildern wie Sam Peckinpah orientierte. Ich selbst war ein wenig enttäuscht: Zwar wartet der Film mit vielen guten Einfällen - wie die geschickt eingearbeiteten Rückblenden - ungewöhnlichen Kameraeinstellungen - ich denke da nur an das „Vierfingerspiel“ - sowie einer schön düsteren Atmosphäre auf. Doch letztendlich nervt der mythische, fast schon biblische Touch, den Castellari ins Spiel bringt: Denkt nur an die „Kreuzigungsszene“! Außerdem nutzt sich der Effekt, Gewalt durch den Einsatz von Zeitlupe zu illustrieren, durch deren exessiven Gebrauch ab. Hier wurde offensichtlich auf „Meisterwerk“ oder „Kultfilm“ hingearbeitet. Noch ein Wort zum Score der Brüder de Angelis: Prinzipiell gelungen, aber das Sängerpärchen, das die gesamte Handlung wie ein schiefer griechischer Chor begleitet, ist nicht jedermanns Sache.

Na ja, aber dennoch zählt „Keoma“ unzweifelhaft zu den 20 besten Italowestern, nur lag die Messlatte hier eben höher als für Werke von beispielsweise Fidani, Brescia, Mauri oder auch Klimovski. Und vielleicht saß mir auch einfach ein Furz quer ... Urteilt selbst!

 

Rating: $$$$-

 

Bodycount: ca 56 Gringos und George

 

Explizite Brutalitäten:

- Die Caldwell-Bande reitet johlend einen Pockenkranken nieder, um ihn anschließend zu verbleien. Keomas Kommentar: „Es ist leicht einen umzulegen, der bereits tot ist.“

- George wird angepisst und kriegt dann was mit dem Gewehrkolben auf die Rübe

- Keoma schleudert einen Mobster an den Haaren aus einem Fenster

- Caldwells Jungs schleifen Keoma am Pferd hängend durch die Stadt, um ihn anschließend an einem Kutschrad zu kreuzigen.

 

Liebe: 0/10

 

Splatter: 1/10

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